Wie ethisch ist die Ethikbank?

In Eisenberg sitzt eine Bank, ein Ableger der Volksbank, die sich pathetisch und vielversprechend Ethikbank nennt.

Doch was ist dran an diesem Titel? Unterscheidet sie sich wirklich signifikant von anderen Banken? Hier meine Erfahrungen mit ihr, bildet euch selbst ein Urteil.

In einem Newsletter der Ethikbank standen folgende Worte der Gründerin und Vorstandsmitgliedes Sylke Schröder zu lesen. Mit solchen und ähnlichen Sprüchen sollen die Kunden zum Geldanlegen für ‚einen guten Zweck‘ animiert werden:

„Im gotischen Mittelalter, als Christen keine Zinsen nehmen durf-
ten, existierte eine Geldpolitik des ständigen Verrufens von
Geld. Auf dieser Idee fußen die heutigen Regional- und
Komplementärwährungen. Die zinslose Wirtschaft des Mittel –
alters hinterließ uns jedenfalls keinen Kollaps, sondern herrli-
che Kathedralen. In dieser Zeit wurden die großen Städte
angelegt, Klöster gebaut, Armenspitäler und herrliche
Bibliotheken sind eingerichtet worden. All das hatte eine sozi-
ale und ausgesprochen nachhaltige Wirkung auf die Ge –
sellschaft.“

Ein ethisches Konzept, das Beachtung verdient

Ich bin Hobbyimker mit nachhaltigen Ambitionen, zudem Künstler der Heiligen Geometrie und Familienvater.

Nachhaltige Imkerei deswegen, weil ich vorhabe, mit der in Deutschland vom Aussterben bedrohten Dunklen Biene Apis Mellifera Mellifera zu imkern.

Das ist auch die einzige nördlich der Alpen einheimische Biene, die auch den rauen klimatischen Verhältnissen gewachsen ist.

Wenn wir in den Medien vom großen Bienensterben hören, wird dazu nicht gesagt, daß vor allem die Apis Mellifera Carnica in Deutschland gezüchtet wird und diese Rasse evolutionär seit der letzten Eiszeit bedingt im wesentlich milderem Balkan beheimatet ist.

Zudem möchte ich in einer strukturschwachen Region etwas für die Kultur tun, was ohne Geld schwer möglich ist. Eine vollständige Beschreibung meiner Projekte seht ihr hier als Pdf Download.

Ich hatte Kontakt mit einem Herrn Voigt, der (als einziger) für die Kreditanfragen zuständig sei, diesem erläuterte ich meine geplanten Projekte am Telefon ausführlich und sendete ihm das schriftliche Konzept zu.

Herr Voigt beteuerte mehrmals, wie sinnvoll er mein Konzept fände und auf wie viel positiven Anklang das bei der Ethikbank stoße, soweit so gut.

Nunmehr drängte er mich, den entsprechenden Kreditantrag von der Website der Bank auszufüllen und setzte mir dazu eine Frist zum 31.1.2014.

Ablehnung eines Antrages, der gar nicht vollständig vorlag

Umso erstaunter war ich, einen Brief vom 22.1. von der Ethikbank in meinem Briefkasten zu finden, unterschrieben von eben diesem Herrn Voigt, darin steht:

Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir Ihrem Kreditgesuch nicht nachkommen können. Gern begründen wir Ihnen diesen Entschluss.

Eine Kreditentscheidung konnte nicht getroffen werden, da der eingereichte Kreditantrag bzw. Kreditanfrage nicht auf unseren dafür vorgesehenen Kreditantragsformular erfolgt ist.

Also mit anderen Worten, bevor eine Kreditvergabeentscheidung überhaupt aufgrund der Prüfung der Fakten getroffen werden kann, wird er prophylaktisch schon einmal abgelehnt, es könnte sich ja herausstellen, dass der Antrag nach Prüfung ja doch förderungswürdig sein könnte, doch dazu will es die Ethikbank offenbar gar nicht erst kommen lassen.

1 Person in einer diktatorischen Position

Als ich am Montag, 27.1. versuchte, der Vorfall telefonisch zu klären, vielleicht handelte es sich ja schlicht um ein Missverständnis, wurde ich wieder mit Herrn Voigt verbunden, mit dem Argument, er sei ja der einzige, der für Kreditanträge zuständig sei.

Ich bekam auch nach mehrfacher Anfrage niemanden vom Vorstand zu sprechen. Dieser schottet sich ab und veröffentlicht die Durchwahl weder in dem Brief, noch auf der Website der Bank.

Herr Voigt begründete seinen Rausschmiss mit einer Email, die ich ihm kurz vorher schrieb, worin ich ihn aufmerksam darauf machte, daß das Formular auf der Website sich nicht online editieren lasse, wie er es schrieb, sondern downgeloadet und dann ausgedruckt werden müsse.

So wird da also mit konstruktiven Hinweisen umgegangen, wer sich etwas zu bemerken traut, fliegt sofort. Auf weitere Fragen in meiner Email, etwa welche Unterlagen er genau bräuchte, ist er gar nicht erst eingegangen.

Ferner scheint Herr Voigt innerhalb der Ethikbank eine diktatorische Machtposition zu besetzen, wessen Nase ihm nicht passt, dessen Antrag wird gar nicht erst weitergereicht, keine Chance, jemanden vom Vorstand zu erreichen und das Vorgehen des Herrn Voigt zumindest zu hinterfragen.

Der Jungbänker, der sich (genau wie in anderen Banken auch) einmal als Gott fühlen darf, die Zeche zahlt der Kunde. Wo ist hier der Unterschied?

Eine solche Arroganz ist mir bisher selbst bei der Sparkasse nicht vorgekommen!

Fazit: Vorsicht, ein Wolf im Schafspelz

Wenn du beim ersten Hören der Worte Ethik+Bank, das Gefühl hattest, ‚wie geht denn das zusammen?‘ dann warst du vermutlich auf dem richtigen Dampfer.

Damit wäre die eingangs gestellt Frage geklärt: Die Ethikbank ist so ethisch, wie ein Zitronenfalter Zitronen faltet.

Oder anders gesagt, sie ist ethisch nach einer eigenen Definition von Ethik. Ob ihr tun nach außen hin als ethisch verstanden wird, scheint sie dabei nichts anzugehen. Da kann ich mir den Heiligenschein auch selber malen!

Sie suggeriert den Menschen, wenn sie nur fleißig ihr Geld bei ihr anlegen, dann würde dieses Geld für ethisch einwandfreie Zwecke eingesetzt.

Doch für welche Zwecke dieses Geld dann eingesetzt wird, da müssen die Kunden dann schon den bereitgestellten Informationen auf der Website glauben, der Bank also förmlich aus der Hand fressen.

Keine Chance zu erfahren, welche ethischen Projekte im Vorfeld schon mal abgebügelt wurden, bevor es zu überhaupt zu einer Prüfung kam. Und der Vorstand, bestehend aus 4 Personen scheint dieses Vorgehen abzusegnen, von ‚gläserner Bank‘ keine Spur!

Sorry, ist das etwa ethisch?

Bei der Deutschen Bank weiß ich als Kunde zumindest, woran ich bin, doch das Vorgehen der sog. Ethikbank nenne ich Etikettenschwindel.

Ich rate also dringend davon ab, Geld bei der Ethikbank einzuzahlen solange keine wirkliche Transparenz herrscht und das Etikett, das sie sich aufklebt, lediglich aus wohlklingenden aber nichtssagenden Sprüchen besteht.

Welche Auswege gibt es?

Klar gibt es auch hier Auswege, es ist nichts alternativlos, das will uns nur unsere Kanzlerin weismachen.

Für schnelle, reibungslose und vor alle anonyme Überweisungen nehmt Bitcoin ! Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, ehe das auch bei uns größere Akzeptanz findet. Gerade habe ich gelesen, daß neuerdings Overstock, der zweitgrößte Onlinehandel nach Amazon Bitcoin akzeptiert. Hier gibt es wirklich fast alles für die virtuelle Währung.

Für längere Geldanlagen empfehle ich weiterhin Gold+Silber. Gerade jetzt, wenn der Preis so niedrig ist. Edelmetalle können ihren Wert nicht verlieren, ganz im Gegensatz zu Papiergeld.

Und ansonsten Bargeld unter dem Kopfkissen und soviel wie möglich in bar bezahlen, nur Bares ist Wahres.

Vertraue keiner Bank, erst recht nicht, wenn sie sich selbst ‚Ethik-‚ nennt. Verabschiede dich innerlich von jedem Cent, den du dort einzahlst, denn du wirst ihn voraussichtlich nie wiedersehen. (Glaubst du nicht?, dann frag mal die Leute in Zypern.)

Wir brauchen die Banken nicht, aber sie brauchen uns! Das werden sie spätestens dann merken, wenn der letzte Kunde sein Geld abgezogen hat.

Wenn du selbst eine gute Idee hast, mit der du der Menschheit oder der Natur helfen kannst, probier’s mal mit Crowdfunding. Hier gibt es zwar keine Garantie, daß du was kriegst, aber wenigstens musst du dich nicht wie vor der Bank nackig machen, und das dann auch noch mit Zinsen zurückzahlen! (Das ist die größte aller Frechheiten!)

Und wenn dir eines meiner Projekte gefällt, also Kunst oder Imkerei oder der Blog allgemein,  bist du gerne eingeladen, mich mit einer Kleinen Spende direkt zu unterstützen, entweder direkt über Bitcoin, oder Flattr (siehe Buttoms unten!).

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2 Gedanken zu “Wie ethisch ist die Ethikbank?

  1. Tut mir Leid für folgende Aussage: Das hört sich so an, als sei jemand beleidigt, weil er keinen Kredit bekommen habe…

    Soweit ich das bisher überblicken kann, bringt die Ethikbank das Konzept der gläsernen Bank weiter als alle anderen Banken (die nachhaltigen eingeschlossen) und das ist doch eine super Sache. Und zur Commerzbank oder einer sonstigen Großbank zu gehen mit dem Argument „Da weiß man wenigstens, woran man ist“ finde ich in diesem Hinblick doppelt schwach…

  2. ja ist doch klar! Und damit sind dann alle Argumente dann null und nichtig, weil halt jemand beleidigt ist…..

    Ich halte die Ethikbank für gefährlich, weil sie den Leuten etwas vormacht, was sie nicht ist.

    So ist jedenfalls eine Erfahrung, wenn jemand andere Erfahrungen gemacht hat, schön für ihn/sie.

    Ich bin nicht beleidigt, ich stelle nüchtern fest. Und den Kredit habe ich dann woanders bekommen….

    mfg

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