Liebe Leser, wir feiern gerade das Osterfest, und dieses ist für uns ein denkwürdiges Ereignis.
Wir feiern die Ermordung und angebliche Wiederauferstehung unseres Heilands.
Wir wissen wohl, wer Christus, unser Licht der Welt, ans Kreuz gebracht hat. Es war nicht Judas, der ihn (für Geld) verriet, und es waren auch nicht die Römer, -Pilatus wollte sogar seinen Freispruch. Es war auch nicht das Volk, denn dieses wurde gegen ihn gehetzt, und es war auch nicht sein eigener Vater, dessen Wille das angeblich gewesen sein soll, denn welcher gerechte Vater opfert seinen eigenen Sohn für die Sünden anderer?
Nein, es waren die Pharisäer, die ihn ans Kreuz schlagen ließen.
Jesus griff die Pharisäer oft hart an: Ihre Absonderung von den “Gesetzesbrechern” brandmarkte er als Lieblosigkeit; ihren Stolz auf die Kenntnis und Einhaltung der Gesetze nannte er Überheblichkeit und Selbstgerechtigkeit; er bezeichnete sie offen als Heuchler, weil sie ihre Frömmigkeit bewusst zur Schau stellten. Er kritisierte ihre eigene Auslegung der Gesetze, die immer komplizierter wurde und immer mehr auf beobachtbare Äußerlichkeiten Wert legte; sie hielten sie für ebenso wichtig wie die biblischen Gesetze selbst, obwohl Jesus ihnen vor Augen führte, dass ihre Auslegung teilweise unbarmherzig war (besonders, was die Einhaltung der Sabbatruhe anging) oder manchmal sogar gegen den eigentlichen Sinn des biblischen Gesetzes verstieß (vgl. Matthäus 15,1-20).
Die Pharisäer sahen sich als die rechtmäßigen Erben und als Gottesvertreter auf dieser Welt, und fühlten sich von Jesus, der eine große Wirkung auf das Volk hatte, in ihrer Macht bedroht. Also beschlossen sie, dass er sterben müsse.
Und Jesus?
Er war nicht Gottes Sohn, sondern in erster Linie erstmal ein ganz normaler Mensch, der viel Gutes tat. Er war der gut gelaunte Nachbar, der hinter dem Gartenzaun ein munteres Lied pfeift, der freundliche Herr, der an der Bushaltestelle höflich grüßt.
Oder der Streifenpolizist, der trotz begangener Parksünde keinen Zettel schreibt, der Kinokassierer, der heute mal eine Gruppe von Kindern umsonst ins Kino lässt…
Und bevor wir uns hier in Spekulationen verlieren, ob vielleicht doch die Pharisäer die Gerechten, und Jesus der wahre Betrüger war, (es gibt nämlich auch Stimmen, die behaupten genau dies), möchte ich auf eines Hinweisen:
Heute, über 2000 Jahre danach
Wir haben heute nämlich die Chance, aus der Geschichte zu lernen, und die richtigen Konsequenzen für uns daraus zu ziehen.
Wir müssen nicht mehr blutiges Fleisch an ein Stück Holz angenagelt anbeten, und diese grausame Tat als gottgegeben hinnehmen.
Wir können selbst für unsere eigene Gerchtigkeit und ein Leben in Freiheit entscheiden.