SZ: Flop mit Trigami

Es sollte eine Viralmarketingkampagne der Sonderklasse werden

Klassisches Printmedium, wenn nicht das klassischste in deutschen Landen überhaupt, die Süddeutsche Zeitung trifft auf das schweizer Unternehmen Trigami, einem Koordinator für Blogkampagnen.

Und da ich auch desöfteren für Trigami schon geschrieben habe, soll dieses Ereignis hier nicht unbehandelt bleiben.

Auch betrifft es mich unmittelbar, denn ich habe diese Kampagne angeboten bekommen, nur habe ich es wegen zu geringem Honorarangebot abgelehnt.

Worum ging es in Kürze: SZ Online hat ein neues IPhone App entwickelt, über die der Abonnent die Nachrichten in gewohnter SZ Qualität auch mobil empfangen kann.

SZ Online trat mit dieser Innovation an Trigami heran und beauftrage das Web 2.0 Startup Unternehmen, diese Neuigkeit viral über das Internet zu verbreiten.

100% positive Bewertungen?

Es sollte vor allem zu 100% positiv berichtet werden, so zumindest will Trigami die Aufgabe verstanden haben. Zudem sollten nur positive Bewertungen im Applestore hinterlegt werden.

Daß das nicht so ganz hinhauen kann, den Braten habe ich irgendwie schon gerochen, als ich die Ausschreibung gelesen hatte. Das war wohl auch ein Mitgrund für meine Ablehnung.

Nun sehen wir aber mal, wie die Geschichte weitergeht: Einige Blogs haben (natürlich nur 100% positive) Beiträge veröffentlicht, schließlich wollen die ja ihr Geld haben, denn Trigami überprüft die Beiträge, bevor es zur Auszahlung kommt.

Und dann kam das blanke Entsetzen seitens der SZ Online:

Dass wir dabei eben nicht eine unreflektierte „Lobhudelei“ wollten, können Sie auch daran sehen, dass wir als Voraussetzung für die Rezension einen Download und damit verbundene Beschäftigung der App gefordert haben.

Schreibt Peter Bilz-Wohlgemuth von der SZ Online, und zog damit die Kampagne mit sofortiger Wirkung zurück.

Tja, ist dann wohl mächtig in die Hose gegangen, und so wird es auch vom Trigamivorstand Remo Uherek eingestanden, daß seitens Trigami „Mist gebaut wurde“.

Aussicht für die Zukunft

Dennoch werde ich meine Trigamibutton hier auf diesem Blog belassen und weiterhin Beiträge für Trigami schreiben, wenn der Preis passt und das Thema mir auch entsprechend gefällt.

Warum? Weil ich hoffe, daß Trigami, ausschließlich von jungen Leuten betrieben, aus dieser Angelegenheit lernt, die Blogger in Zukunft nicht mehr gängelt und ihnen kreative Freiheit lässt.

Denn schließlich sind sie von den Bloggern mindestens genauso abhängig wie von den Auftraggebern, vor allem darauf, daß die Blogger ‚echten‘ Content bieten, der von den Lesern auch gelesen wird.

Denn wenn man den Bloggern reinredet in das, was sie zu schreiben haben, wie soll dann das Marketing dann noch ‚viral‘ sein? Wie soll sich etwas ’scheinbar‘ zufällig verbreiten, wenn man die Themen, den Klang und das Ergebnis des Textes vorgibt?

Ja, ich hoffe wirklich, daß Trigami gestärkt aus diesem Flop hervorgeht und mehr Selbsbewusstsein entwickelt, denn schließlich ist es genau das, was die neuen Medien gegenüber den Klassischen brauchen.

Und die Blogs haben es wirklich nicht nötig, Vasallen einer vorgegebenen Marktästhetik zu sein, sondern sollten vielmehr ihrer Rolle als Trendsetter gerecht werden.

Wie ist eure Meinung dazu:

[poll id=“2″]

Scan to Donate Bitcoin
Like this? Donate Bitcoin to at:
Bitcoin 1LChCcZXgTF54TE33Zb6MuSDDPSY9b3jeD
Donate

6 Gedanken zu “SZ: Flop mit Trigami

  1. Hm, die Zahlen sagen was anderes. Ich bekomme im Moment mehr Angebote von Trigami, als ich bearbeiten kann. Im Moment gibt es einen Run des klassischen Marketings weg von den alten Medien hin zu den Neuen, zu denen auch vor allem Blogs gehören.

    Komischerweise haben die zwei Skandale, die Trigami jetzt hinter sich hat, und der zweite war noch weit übler für die Blogger, überhaupt nicht geschadet. Im Moment scheint der Laden zu laufen wie geschmiert.

  2. Die trigami AG (Website), wlchee gerade den ersten Geburtstag hinter sich gebracht hat, plant in den US-Markt vorzudringen. Aus diesem Grund wird eine zweite Finanzierungsrunde beabsichtigt. Grfcnder und CEO Remo Uherek ist momentan mit anderen Start-up-Unternehmern im Rahmen des Venture Leaders -Programmes von venturelab.ch in Boston und hofft, dort mit potentiellen Partnern und weiteren Investoren in Kontakt zu kommen. (siehe PDF: Entrepreneurial ID venture leaders 2008, Remo Uherek)

  3. Gostei da sua franqueza. Ela espelha a realidade do são-Paulino e por consequência a do Corintiano, que é fiel sempre, que vai em todas, feriado ou não, de noite e de dia, valendo alguma coisa ou não.

Schreibe einen Kommentar