Dramatische Rettung in Terrornacht- Frau hängt sich aus dem Fenster

In der Horrornacht in Paris rettet ein Mann eine Schwangere aus einer lebensbedrohlichen Lage.

von Franziska Jäger

Doch dann gerät er in die Hände der unberechenbaren Attentäter – und soll verhandeln.

Die Geschichte der beiden wird zum Renner in den Netzwerken. Paris. Die Szene ist seit der Pariser Terrornacht weltweit bekannt:

Eine Schwangere will sich vor den Attentätern im Musikclub «Bataclan» in Sicherheit bringen, sie hängt sich in Todesangst an einem Fenstersims heraus in zehn Metern Höhe.

Ein Mann hält sie fest, rettet ihr womöglich das Leben – und gerät danach selbst ins Visier der Terroristen. Sébastien erzählt seine Geschichte in mehreren französischen Medien.

Demnach will er sich nach den Schüssen im Konzertsaal zunächst selbst retten, als er die Frau in der schier ausweglosen Lage entdeckt, sagte Sébastien der Zeitung «La Provence». Den Menschen unter ihr ruft sie zu, sie sei schwanger, damit sie aufgefangen werden kann, falls sie fällt.

Aber die Masse flieht in Panik vor dem Terror durch die schmale Gasse, niemand bleibt stehen, wie auf dem Internet-Video eines französischen Journalisten zu sehen ist.

Sébastien packt zu und die beiden harren aus, während die Kalaschnikows auf sie gerichtet sind, wie er erzählt. «Deshalb können wir froh sein, dass wir noch da sind», sagt Sébastien auch dem Radiosender France Info.

Schließlich gelingt es ihm, die Frau in das Gebäude zurückzuziehen. Danach verliert sich ihre Spur. Für Sébastien ist das Drama dagegen noch nicht vorbei.

Er verkriecht sich in einem Versteck, meint aber, danach kurz den Gewehrlauf einer Kalaschnikow an seinem Bein zu spüren. Die Attentäter haben ihn entdeckt.

Sie fordern ihn auf, sich auf den Boden zu legen, auch andere Opfer sind dabei. Vom Balkon aus schießen die Terroristen weiter auf die Menschen. «Wir sind hier, um euch das anzutun, was den Unschuldigen in Syrien angetan wird», rufen die französisch sprechenden Männer, sagt Sébastien.

«Es ist erst der Anfang! Wir werden Unschuldige massakrieren.» Nach Sébastiens Angaben fordern ihn die Terroristen auf, das Fernsehen anzurufen. Sie wollen mit Journalisten sprechen. Aber niemand nimmt ab.

«Dann haben sie mich nach Feuer gefragt und wollten wissen, ob Geld für mich eine Bedeutung hat. Sie haben ein Bündel 50-Euro-Scheine herausgeholt, ich sollte es verbrennen.»

Sébastien muss sich ans Fenster stellen, er soll «Schmiere stehen», wie er sagt. «Ich sollte die Polizei davor warnen, sich nicht zu nähern.» Die Attentäter würden sonst alles in die Luft sprengen.

Nach «den längsten 20 Minuten meines Lebens» dringt die Anti-Terroreinheit der Polizei endlich in den Raum ein, Sébastien kann entkommen.

Die dramatische Geschichte von Sébastien und der Schwangeren hat auch ein gemeinsames Happyend: Denn nach Medienangaben hat die Frau ihren Retter durch einen massenweise geteilten Aufruf bei Twitter entdeckt. Nun will sie sich mit ihm treffen.

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2 Gedanken zu “Dramatische Rettung in Terrornacht- Frau hängt sich aus dem Fenster

  1. Hallo, wer die Terroristen bezahlt, ist eine sehr gute und wichtige Frage. Ich bin der Sache leider noch nicht nachgegangen.

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