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Am Anfang war das Wort

So schloss Heiner Müller 1992 seine Einführungsrede in „Theater der Zeit“

bei dem ich das Glück hatte, persönlich anwesend zu sein. Und weiter: „Wenn es den Schrecken formuliert, ist er vielleicht vermeidbar“.
Müller, der die Grauen des Naziregimes noch miterlebt hatte, gibt hiermit eine indirekte Erklärung, weswegen ein Großteil seiner Stücke so grausam, ja geradezu blutrünstig ist, und formuliert hier so etwas wie eine vage Hoffnung für die Zukunft.

Damals waren die für viele unerklärlichen Amokläufe von Erfurt und nun neuerdinegs auch in Winennden noch nicht passiert, und man kann nur sehr schwer raten, wie Heiner Müller darauf dichterisch wohl reagiert hätte.

Medikamente als Ursache?

Indess geht der Streit um die Verantwortlichkeit um das Massaker, das am Mittwoch in Winnenden 15 Todesopfer gefordert hat weiter.

Während die Eltern des 17 Jährigen Amokschützen Tim K. abstreiten, dass dieser sich in psychiser Behandlung befunden hat, verdichten sich die Hinweise, dass wohl doch nicht nur Zugang zu der Tatwaffe, und Killerspiele wie Counterstrike am Computer verantwortlich zu machen sind.

Nur leider ist in den großen Medien nichts darüber zu lesen, weder im Spiegel noch im Stern, noch in ARD und ZDF, und deren Reporter sind es ja, die die Hinterbliebenden der Opfer am meisten belasten.

Wiedermal ausgerechnet in der Blogszene, die von den Massenmedien gnadenlos gescholten wird, finde ich einen Hinweis, der mit als einzig plausibel erscheint, weswegen der Junge vollkommen kaltblütig, als wäre er ein lebloser Roboter aber doch mit äußerster Präzision auf lebende Menschen vornehmlich junge Schülerinnen zielt, und diese ohne Regung zu zeigen aus nächster Nähe hinrichtet.

Und wer schon einmal mit Psychopharmaka zu tun hatte, weiß, dass diese das Potential dazu haben, und die Eltern wohl dann auch einen Guten Grund, die Psychische Behandlung ihres Sohnes abzustreiten.

Aufmerksamkeit um jeden Preis

Und die Große Frage, auf der die großen Medien geradezu manische herumreiten, das magische ‚Warum‘ ist das alles geschehen, ist denke ich mal auch so schwer nicht.

Ein Schlüsselsatz, ich denke ich Focus online hat mich darauf gebracht, der hieß: „Tim K. ist in seinem kurzen Leben hier das erste und das letzte mal aufgefallen.“ Was die Antwort nahe legt: Er wollte Aufmerksamkeit, die er auf anderem Wege, weder durch schulische, noch durch sportliche noch von den Eltern bekommen konnte. Und die hat er nun auch zu genüge bekommen.

Der kleine, jedoch nicht unwesentliche Denkfehler war, jetzt, wo er tot ist, nützt es ihm nichts mehr. Um dies zu begreifen, hat sein junger, unausgebildeter Verstand nicht mehr ausgereicht.

Schrecken in unserer Zeit

Um aber nochmal auf das Anfangszitat von Heiner Müller zurückzukommen, und die dumpfe Hoffnung, die er äußert, so bin ich doch Überzeugt, dass wenn man von solchen Taten die Augen nicht verschließt, ja wenn man auch keine Erklärung findet, sondern einfach nur drüber redet, und ernsthaft versucht, minutiös die Situation abzuklären, und die Gründe dafür zu untersuchen, dass wir dann vielleicht eine friedlicherer Welt schaffen könnten.

Oder wie es weiter in dem Heiner Müllertext heisst, (frei nach Brecht):

WIR DIE WIR DEN BODEN BEREITEN WOLLTEN FÜR FREUNGLICHKEIT

Wieviel Erde werden wir fressen müssen

Mit dem Blutgeschmack unserer Opfer

Auf dem Weg in eine besserer Zukunft

Oder in keine wenn wir sie ausspein

1 Anwort auf „Am Anfang war das Wort“

Johannes 1:6-10
Es trat ein Mensch auf, der als Vertreter Gottes ausgesandt war; sein Name war Johannes. Dieser kam zu einem Zeugnis, um Zeugnis von dem Licht abzulegen, damit durch ihn Menschen von allen Arten zum Glauben kämen. Nicht er war dieses Licht,sondern er sollte Zeugnis von diesem Licht ablegen. Das wahre Licht, das jeder Art von Menschen Licht gibt, war im Begriff in die Welt zu kommen. Er war dieses Licht, und die Welt kam durch ihn ins Dasein, aber die Welt erkannte ihn nicht.

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